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  Sommersemester 2004

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  Aktualisierung: 06.10.2008
  
 

PS 15124:
Soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland

Soziale Bewegungen gehören seit Anfang an zum Spektrum politischer Partizipation in der Bundesrepublik Deutschland. Während mit dem Begriff vor allem die links-libertären Protestgruppen und Neuen Sozialen Bewegungen in Folge der 68er-Studenten-Revolte verbunden werden, gab es bereits davor Bewegungen unterschiedlichster Interessen, die den Rahmen der institutionellen politischen Artikulation erweiterten und weder in Parteien noch Verbänden organisiert waren.
Nachdem es um die "Klassiker" der 80er Jahre still geworden ist (Anti-AKW-Bewegung, Friedens- und Umweltbewegungen), treten in jüngerer Zeit verstärkt Bewegungen in die Öffentlichkeit, die sich ideologisch völlig offen in netzwerkartigen, globalen Strukturen organisieren. Gleichzeitig musste Deutschland in den 90er Jahre auch realisieren, dass soziale Bewegungen nicht zwingend einem libertären Geist zu folgen haben.

Das Seminar wird diese Vielschichtigkeit sozialer Bewegungen und deren Entwicklung im Zeitverlauf in den Fokus nehmen. Zunächst soll die Stellung sozialer Bewegungen im politischen System der Bundesrepublik klar abgegrenzt werden, bevor genauer auf deren Strukturen, Funktionen und Handlungsfelder von Beginn der Bundesrepublik bis heute eingegangen wird. Die Betrachtung der einzelnen Bewegungen soll dann immer unter der Fragestellung erfolgen, inwiefern sich der jeweilige gesellschaftliche Kontext innerhalb der unterschiedlichen Gruppen niederschlug und deren Inhalte, Formen und Vorgehensweisen prägten.