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PS 15094:
Wahlverhaltenstheorien und ihr Nutzen für die aktuelle Wahlforschung
In den letzten zehn bis zwanzig Jahren ist
in der Bundesrepublik Deutschland, wie in allen anderen westlichen
Demokratien, ein tiefgreifender Wandel im Wahlverhalten der Bürgerinnen
und Bürger zu beobachten. Er drückt sich im Rückgang
der Wahlbeteiligung, in einer Zunahme von Wechselwählern und
des Stimmensplittings sowie einer Abnahme der Bindekraft von Wählerstimmen
durch die Volksparteien aus. Die neuere deutsche Wahlforschung spricht
zusammenfassend von einer "Integrationsschwäche des politischen
Systems" und meint damit das Aufweichen der seit Jahrzehnten
herrschenden Stabilität des Elektorats, aber auch des Parteiensystems
der Bundesrepublik Deutschland. Ausgehend von diesem Wandel und
dessen Folgen für das Parteiensystem wird das Proseminar die
Entwicklungslinie des bundesdeutschen Wahlverhaltens verfolgen.
Um sie verstehen und einordnen zu können, wird zunächst
die Betrachtung der bislang von der Forschung erarbeiteten Wahlverhaltenstheorien
notwendig sein. Am Ende des Seminars müssen jedoch die Fragen
diskutiert werden: Sind diese Theorien auf die aktuellen gesellschaftlichen
Realitäten noch übertragbar? Und welche neuen Erkenntnisse
über das Wahlverhalten lassen sich aus dem Ausgang der zuletzt
vergangenen Wahlen erzielen?
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